Palm Öl

Palmöl – ein Allrounder für die Gesundheit

palmöl

Palmöl kennt mit Sicherheit jeder, da es in zahlreichen Lebensmitteln beinhaltet ist. Allerdings muss man das Palmöl vom Palmkernöl unterscheiden, denn Palmkernöl wird aus den Kernen und Palmöl aus der Frucht der Ölpalme gewonnen. Auch ist die Konsistenz der beiden Öle unterschiedlich. Das Palmöl wird bei einer Temperatur, ähnlich wie das Kokosöl, von unter 23 Grad fest, während das Palmkernöl flüssig ist. Daher wird vor allem das Kernöl sehr gerne für Kuchenglasuren verwendet, was zeigt, dass es durchaus sehr bekannt ist und auch in vielen anderen Lebensmitteln, wie Chips, Nutella verwendet wird. Doch Palmöl kann noch weit mehr, denn es wirkt sich auch positiv auf die Gesundheit aus. Neben einem besseren Hautbild kann das gesunde Palmöl aber auch vorbeugend auf das Herz-Kreislauf-System wirken und das Immunsystem stärken. Insbesondere das rote Palmöl wird gerne bei Verstopfungen und Übelkeit eingesetzt und kann sogar bei Vergiftungen helfen.

Geschichte und Herkunft des Palmöls

Aus den Früchten der Ölpalme (Elaeis guineensis), die ursprünglich aus Westafrika stammt, wird das Palmöl hergestellt. Nachdem der Seefahrer Gil Eanes die Ölpalme nach Europa gebracht hatte, wurde sie auch hier angebaut. Im Jahre 1763 wurde sie von Nikolaus Joseph von Jacquin wissenschaftlich illustriert und beschrieben. Womöglich über Sklaventransporte kam die Ölpalme dann nach Südamerika und Anfang des 19. Jahrhunderts landete sie in Asien in Botanischen Gärten, in denen sie als Zierpflanze zum Einsatz kam. Durch die Möglichkeit Öl industriell aufzubereiten wurden um 1900 riesige Plantagen in Westafrika, Indonesien und Malaysia angelegt.

Mittlerweile wird die Ölpalme jedoch in fast allen Tropenregionen angebaut, wobei vor allem Malaysia und Indonesien die Hautanbaugebiete sind. Doch auch in Afrika und Südamerika sind zahlreiche Palmöl-Plantagen. Nach dem Anpflanzen produziert die Ölpalme allerdings erst ab dem 3. Jahr Früchte, die dann zu Öl verarbeitet werden können. Jedoch ist der Ertrag dabei noch recht unstabil und erst ab dem 4. bis 6. Jahr ist der Ertrag sehr stabil, der dann nach dem 21. Lebensjahr der Palme wieder sinkt.

Die Gewinnung von Palmöl

Aus dem gelb/orangefarbenen Fruchtfleisch wird das Palmöl gewonnen. Die Ernte erfolgt dann, wenn sich die Früchte vom Fruchtverband langsam lösen, da zu diesem Zeitpunkt der Ertrag am höchsten ist. Nach der Ernte beginnt die Reinigung der Früchte, bevor sie zu rohem Palmöl gepresst werden. Dieses rohe Palmöl nennt sich Crude Palm Oil (CPO) und ist dunkelorange, was auf den hohen Carotingehalt im Palmöl zurückzuführen ist. Danach wird das das Palmöl raffiniert, gebleicht und desodoriert und heraus kommt ein wohlriechendes Öl, welches an Veilchen erinnert.

Das reine Palmöl ist hell und klar und hier kann man auch die Qualität feststellen. Denn ist das Öl trüb, ist es entweder alt oder bei der Herstellung war keine Sorgfalt im Spiel. Insbesondere Palmöl, welches schon älter ist, wird trüb und man kann es an einem sehr intensiven Geruch erkennen. Außerdem kann man auch am Säuregehalt von Palmöl die Qualität festmachen. Öle mit weniger Säuregehalt sind qualitativ hochwertiger und somit auch etwas teurer.

Vor allem in Indonesien und Malaysia werden die Ölpalmen für die industrielle Nutzung hergestellt, die insbesondere für den asiatischen und europäischen Markt ist. In Kolumbien, Thailand und Nigeria ist die Produktion eher gering.

Inhaltsstoffe von dem Allrounder Palmöl

Palmöl hat viele Inhaltsstoffe, die wichtig für den Körper sind. So kann es beispielsweise knapp 50 Prozent die Palmitinsäure (gesättigte Fettsäure) vorweisen und 40 Prozent Ölsäure (ungesättigte Fettsäure). Doch auch Linolsäure ist mit 10 Prozent im Palmöl (zweifach ungesättigte Fettsäure) enthalten. Weiterhin sind Stearinsäure und Myristinsäure im Palmöl enthalten.

Doch auch Inhaltsstoffe wie Vitamin A (Carotinoide), E (Tocotrienole) und Q10 (Coenzym) sind in diesem Öl enthalten. Außerdem enthalten 100 Gramm Palmöl 100 Gramm Fett. Nährwerte wie Ballaststoffe, Eiweiß oder Kohlenhydrate sind nicht im Palmöl zu finden.

Wer Palmöl kaufen möchte, sollte vor allem auf einen biologischen Anbau setzen. Denn die Inhaltsstoffe werden dadurch zwar nicht verändert, aber verbessert. Denn vor allem beim biologischen und nachhaltigen Anbau wird auf den Einsatz von künstlichen Düngemitteln verzichtet, was sich natürlich bei der Herstellung auf die Qualität auswirkt. So können Wechselwirkungen vermieden werden und man hat ein reines und nachhaltig angebautes Palmöl. Leider ist die Anbaufläche von BIO-Palmöl noch sehr gering und der Ertrag entsprechend niedrig.

Palmöl und die vielfältige Wirkung

Weil Palmöl wirklich ein absoluter Allrounder ist, findet sich das Öl nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch in Reinigungs- und Waschmitteln sowie in Kosmetika und wird sogar als Energiequelle in der Industrie genutzt.

Vorrangig aber wird das Palmöl in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt, da es zum Einen sehr hitzebeständig ist und somit zum Kochen problemlos genutzt werden kann und zum Anderen auch leicht geschmolzen werden kann, und so vor allem in Margarine, Schokoglasuren und Karamell eingesetzt werden kann.

Doch auch als Treibstoff kann Palmöl eingesetzt werden. Dies macht der hohe Ertrag möglich. Denn während ein Hektar Raps lediglich 1,5 bis 2,5 Tonnen Rapsöl liefert, ist der Ertrag von einem Hektar Ölpalmen mehr als doppelt so hoch. Außerdem hat das Palmöl noch einen weiteren Vorteil, da Primärenergie sowie der CO2-Ausstoß vermindert werden kann. Nach der Umesterung kann also so auch das Palmöl den Dieseltreibstoff ergänzen.

Weiterhin hat das Palmöl aber auch einen positiven Effekt auf den Körper. Hierbei sind vor allem die Inhaltsstoffe Vitamin E, Carotine und Q10 verantwortlich.

  • Vitamin E für die Haut: Insbesondere Vitamin E ist wichtig für die Haut, da es nicht nur kleine Narben mildert, auch sorgt es für einen gesunden und feinen Teint der Haut. Außerdem ist Vitamin E auch für die Haare effektiv und wer an Vitamin E Mangel leidet, hat oft stumpfes und glanzloses Haar. Doch diese Vitamin hat noch einen wichtigen Effekt. Es kann vor Unfruchtbarkeit und Alzheimer schützen und selbst das Krebsrisiko kann minimiert werden.
  • Beta-Carotin für das Herz: Beta-Carotin ist für den Körper besonders wichtig. Denn nicht nur das Gehirn ist fitter und kann besser mit ausreichend Beta-Carotin arbeiten. Auch schützt es das Herz vor Krankheiten, mindert das Risiko eines Herzinfarktes und eines Schlaganfalls und es wird sogar gesagt, dass es vor Krebs schützen kann. Außerdem ist Beta-Carotin entzündungshemmend und der Körper kann, unter Zugabe von Fett, das Beta-Carotin besser verwerten. Somit ist Palmöl der perfekte Beta-Carotin-Lieferant für den Körper.
  • Q10 für den gesamten Körper: Das Coenzym Q10 wirkt auf den ganzen Körper. Es sorgt nicht nur für ein gesundes Herz und stärkt das Immunsystem, Q10 kann auch hilfreich bei Infektionen, Entzündungen und sogar Parkinson eingesetzt werden. Außerdem sorgt dieses Coenzym Q10 für ein junges und schönes Hautbild und mildert kleine Fältchen.

Aus diesem Grund wird Palmöl auch sehr gerne in der Kosmetik verwendet, da es trockene Haut auf natürliche Weise pflegt. Denn es ist nicht nur hautglättend, auch hat es eine rückfettende Wirkung und ist antioxidativ, also alles, was die Haut von Vorteil ist.

Dies ist auf die Vitamine im Palmöl zurückzuführen, da sie Zellschäden reparieren, die beispielsweise durch UV-Strahlen entstehen. Auch wegen seiner Konsistenz ist Palmöl bei der Kosmetikindustrie sehr beliebt, da es bei Zimmertemperatur fest wird und so perfekt für Cremes genutzt werden kann. Wer feststellen möchte, ob in seinen Kosmetikprodukten Palmöl enthalten ist, wird es allerdings nicht unter dem Name Palmöl finden. In Kosmetikprodukten wird das Palmöl als „Sodium Palmate“, „Sodium Palm Kernelate“ oder Palmic Acid“ bezeichnet.

Das rote Palmöl – ein ganz besonderes Öl

Das rote Palmöl ist das hochwertigste Palmöl. Denn es enthält noch den wichtigen Inhaltsstoff Carotin. Dieses geht beim Raffinieren verloren und wer auf die reine Form von Palmöl setzt, sollte ein natives Palmöl, also das rote Palmöl nutzen. Denn in diesem sind alle Inhaltsstoffe enthalten, und zwar in ihrer ursprünglichen Form. Daher ist das rote Palmöl auch sehr begehrt, nicht ganz so leicht zu finden und teurer. Außerdem ist das rote Palmöl frei von chemischen Zusatzstoffen und kann ebenfalls sehr gut in der Küche zum Braten und Frittieren genutzt werden. Durch den höheren Preis wird es in der Regel allerdings nur zum Abschmecken von Salaten oder zum Verfeinern von Gerichten genutzt. Dies ist natürlich von Vorteil, da beim Verzehr von Palmöl in Kombination mit Fleisch und Gemüse die enthaltenen Vitamine des Palmöls besser vom Körper aufgenommen werden können.

Noch ist das rote Palmöl recht unbekannt, ist aber eines der gesündesten Palmöle und wird insbesondere in Afrika bei Verstopfung, Übelkeit oder auch bei Vergiftungen eingesetzt. Außerdem ist in rotem Palmöl ein sehr großer Anteil an Beta Carotin enthalten und übersteigt sogar den von Karotten und Tomaten. Ebenso sind die Anteile an Vitamin E höher. Diese werden vor allem bei der Krebsbehandlung eingesetzt und schützen vor UV-Strahlen sowie weiteren Umweltgiften. Doch auch präventiv kann das rote Palmöl sehr gut verwendet werden, da es Schlaganfällen, Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems sowie Alzheimer vorbeugen soll. Außerdem soll es Ablagerungen in Arterien auflösen und den Cholesterinspiegel senken.

Doch Vorsicht, denn das Palmkernöl sieht ähnlich wie das rote Palmöl aus. Vor allem am Preis kann man dies feststellen, da das native Palmöl hochpreisiger als das Palmkernöl ist.

Kauf von Palmöl

Palmöl gibt es in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft. Dabei sollte allerdings auf eine nachhaltige BIO-Qualität geachtet werden, die es meist nur in Reformhäusern oder speziellen Onlineshops gibt. Auch ist es sinnvoll das native, also das rote Palmöl zu kaufen, da diese voll von wichtigen Inhaltsstoffen ist. Durch das Raffinieren gehen viele dieser Inhaltsstoffe verloren und Beta-Carotin ist beispielsweise nur noch in geringen Mengen im handelsüblichen Palmöl enthalten. Daher sollte beim Kauf von Palmöl das rote Öl vorgezogen werden, um der Gesundheit auch wirkliche etwas Gutes zu tun.

Fazit

Ist Palmöl überhaupt gesund? Dies werde sich sicher einige fragen, da 100 Gramm Palmöl ja immerhin 900 Kalorien und 100 Gramm Fett enthalten. Es ist zwar nicht das gesündeste Lebensmittel, aber dennoch hat es jede Menge Vorteile. Denn es enthält weder Eiweiß noch Ballaststoffe oder Kohlehydrate und es ist als Dickmacher verrufen. Dies ist aber nicht der Fall, denn wird es wie alle Öle in Maßen und nicht in Massen genossen, ist Palmöl durchaus gesund! In Maßen genossen kann es den Cholesterinspiegel senken, kann gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und sogar das Immunsystem stärken. Außerdem ist das darin enthaltene Beta-Carotin wichtig für die Augen, für die Haut und auch die Körperzellen und Schleimhäute benötigen dies. Doch auch die enthaltenen Vitamine dienen als Schutzschild und schirmen den Körper gegen freie Radikale ab. Die helfen bei der Regeneration der Zellen und das Coenzym Q10 ist gut für die Haut sowie für die Muskulatur und das Herz.

In Maßen genossen ist das Palmöl durchaus gesund und kann den Körper sehr gut unterstützen.

Allerdings gerät das Palmöl immer mehr in Verruf. Dies kommt daher, dass jede Menge Regenwälder abgeholzt werden, um Ölpalmen anzubauen. Wer beim Kauf von Palmöl aber auf eine nachhaltige BIO-Qualität achtet, trägt dazu bei, dass keine Regenwälder den Ölpalmen weichen müssen und so die Umwelt schützen.

Weitere nützliche Informationen rund um das Palmöl:

>> Die Wirkung von Palmöl

>> Palmöl für die Haut

>> Inhaltsstoffe von Palmöl

>> Anwendung von Palmöl